Ein Mann beugt sich zu einem anderen Mann vor, schaut ihm tief in die Augen, küsst ihn. Eine Frau beugt sich zu einer anderen Frau vor, schaut ihr tief in die Augen, küsst sie.

Zwei Szenen, in denen sich zwei Menschen nahekommen. Dennoch werden diese Szenen unterschiedlich aufgefasst. In unserer Gesellschaft ist es akzeptiert, dass sich heterosexuelle Frauen küssen und anfassen – zum Spaß, zum Ausprobieren, einfach so, ohne gleich lesbisch zu sein. Katy Perry kissed a girl. She liked it.

Bei Männern sieht das anders aus. Männer werden, was Sex mit dem eigenen Geschlecht angeht, stigmatisiert. Es gilt als unmännlich, wenn ein Mann passiv beim Sex ist, anal penetriert wird. Das Eindringenlassen gilt als typisch weiblich.

Die Amerikanerin Jane Ward ist Psychologin und Professorin an der University of California Riverside. Sie hat das Buch Nicht schwul: Die homosexuelle Zutat zur Erschaffung des ‘normalen’ Mannes geschrieben, das sich mit den Stigmata der männlichen Sexualität auseinandersetzt. Die Message: Die Sexualität von heterosexuellen Männern ist genauso flexibel wie die von heterosexuellen Frauen. Und: Heterosexuelle Männer haben wieder (!) vermehrt Sex mit anderen heterosexuellen Männern – ohne schwul zu sein.

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Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Jane Ward.
Link zum Buch >>>zum Buch<<<

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